Wildes Deutschland

Wer Treks mit Zelt mag, muss nicht nach Skandinavien. Seit 2017 verstecken sich im Schwarzwald sechs offizielle Camps.

Im Schwarzwald darf man seit 2017 offiziell zelten – und zwar mitten im Wald, ohne viel Schnickschnack, dafür mit viel Natur. Ein guter Fluchtort für ein Wochenende, oder: Man nimmt sich mehr Zeit und wandert von Camp zu Camp. Autorin Katharina Baus hat sich für Ersteres entschieden, wanderte eine Etappe des Baiersbronner Seensteiges und erlebte ein Mikroabenteuer in heimischen Gefilden.

Text: Katharina Baus / Reise-Infos: Silke Rommel / Bilder: Thomas Rathay

Wald, so weit das Auge reicht, dazu das Pfeifen der Vögel und die Grillen zirpen im Gras: Kaum etwas entspannt so sehr vom hektischen Arbeitsalltag wie eine Auszeit in der Natur. Im Urlaub zieht es mich auf flowige Mountainbike-Trails in die Alpen oder an die Kletterfelsen nach Südfrankreich. Je weniger Zivilisation, desto besser. Doch wenn für etwas Aufwendiges keine Zeit ist, bieten sich Ziele vor der eigenen Tür an. Den Schwarzwald habe ich als Wahl-Freiburgerin direkt vor der Haustür. »Dort gibt’s Naturzeltplätze«, schlägt mein Bekannter Lars vor und ich werde neugierig. Die Recherche im Netz ergibt, dass man auf den Trekking-Camps lauschig in den Wäldern zelten kann, und zwar komplett ohne Gartenzwerge, Satellitenschüsseln und Rollrasen. Insgesamt sechs Plätze gibt es seit Mai 2017 im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord und im Nationalpark Schwarzwald, genauer zwischen Baden-Baden und Freudenstadt. Sie sind nur zu Fuß erreichbar. Unsere Wahl fällt auf das Gutellbach-Camp, rund sechs Kilometer westlich von Baiersbronn. Rund um Baiersbronn verteilen sich etliche spannende Touren, unter anderem solch spannende Fernwanderwege wie der 91 Kilometer lange Baiersbronner Seensteig. Seen befinden sich, wie der Name des Steiges verlauten lässt, einige entlang des Fernwanderweges, auf dem man auf insgesamt fünf Etappen die gesamte Gemarkung Baiersbronns umwandern kann. Mitten im Naturschutzgebiet »Wilder See – Hornisgrinde« passiert man auf der dritten Etappe einen der schönsten, den Wildsee im Nordschwarzwald. Er liegt auf 910 Metern, östlich des Nordschwarzwälder Hauptkammes in einem bis 120 Meter tiefen, würmeiszeitlichen Kar mit mehreren Moränenwällen. Die Eismassen formten seine Mulde. Keine Seltenheit im Schwarzwald, wo die größte Kardichte Mitteleuropas herrscht.

Tipp: Der Baiersbronner Seensteig verspricht fünf genussreiche Etappen auf einer länge von 91 Kilometern.

Im Netz: www.schwarzwald-tourismus.info


Den vollständigen Beitrag lesen Sie in Heft 02/2019.
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