Camperfrühling

Im südlichen Brandenburg

In Brandenburg spielen Wasser, Wald und Wiese die Hauptrolle – Blau und Grün sind die dominierenden Farben. Die wildromantische Naturkulisse lädt dazu ein, einfach innezuhalten oder Kanu, Fahrrad und Wanderstiefel für weitere Entdeckungstouren zum Einsatz kommen zu lassen. Unser Autorenteam Silke Rommel und Thomas Rathay machen es vor.

Text: Silke Rommel Bilder: Thomas Rathay

Ungewöhnlich viel Platz bietet sich mir als Beifahrerin im Fußraum unseres Campers. Meine Füße sind es zu Beginn unserer Touren normalerweise gewohnt, von Taschen gefüllt mit Reiseführern und touristischen Infomaterialien umringt zu sein. Aber dieses Mal möchten wir ganz anders reisen. Wir hatten die Idee, die selbst für Thomas noch unbekannten Regionen seiner Heimat im Süden Brandenburgs zu erkunden. Es gibt einen groben Plan, was die Richtung angeht, wir wollen uns aber treiben lassen und immer wieder spontan entscheiden, welche Entdeckungen Platz in unserem Reisetagebuch finden. Klar war nur, dass wir nicht ausschließlich auf klassischen Campingplätzen stehen wollen. Wir möchten auch einige Anbieter aus dem »Landvergnügen«, einem etwas anderen Stellplatzführer, kennenlernen.

Schnell lassen wir den zähen Verkehr Berlins hinter uns und erreichen das malerische Havelland mit seinen zahlreichen Gewässern. Auf der Landkarte weben sich diese zu einem dichten blauen Teppich zusammen. Werder, die Blütenstadt an der Havel mit der kopfsteingepflasterten Altstadt auf der Insel, ist ein erster idealer Zwischenstopp. Bei einem Fischbrötchen an der Uferpromenade mit Blick auf den Fluss ist es leicht, in den Urlaubsmodus zu schalten.

Nicht weit davon entfernt liegt in Töplitz einer der raren Weinberge Brandenburgs. Klaus Wolenski betreibt auf seinem Weingut Klosterhof ökologischen Weinbau und wird dabei von rund 40 Kamerunschafen zuverlässig unterstützt. Sie halten das Gras im Weinberg niedrig und entblättern zudem die Weinstöcke, so dass mehr Sonne an die Trauben gelangt. Die von ihm und seiner Familie betriebene Besenwirtschaft hat am Wochenende und an Feiertagen geöffnet. Bestückt mit einer Flasche Bacchus aus dem Direktverkauf und seinem Einverständnis, machen wir uns auf den Weg zu dem kleinen Pavillon in seinem Weinberg auf dem Mühlenberg. Dort lässt sich nicht nur unser mitgebrachtes Picknick, sondern auch die Aussicht auf die Havel, schnatternde Wildgänse und Rehe im Abendlicht vortrefflich genießen.


Den vollständigen Beitrag lesen Sie in Heft 01/2020.
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