Campen mit Stil

Keine Lust auf Isomatte, Abspülen und Gemeinschaftsdusche? Beim »Glamping« kommt der Luxus zutage.

Schluss mit schmuddeligen Bädern, Tütensuppe und engen Zelten: »Glamping«, ein Kunstwort für glamouröses Camping, verspricht die Annehmlichkeiten eines Fünf-Sterne-Hotels, verbunden mit
naturnahem Urlaub.

»Natur muss gefühlt werden«, wusste schon Alexander von Humbolt. In »Huttopia« geht das gut.

Text: Katharina Baus Bilder: Huttopia

Campen ist in. Die Zulassungen von Reisemobilen sind 2018 im neunten Jahr in Folge auf ein Rekordniveau angestiegen und die ersten Monate des Jahres 2019 übertrafen das Vorjahresergebnis nach Angaben des Caravaning Industrie Verbands e.V. um knapp 15 Prozent. 

En vogue sind außerdem Übernachtungen in luxuriösen Lodges, ruhig und abgeschieden. Die Sehnsucht nach Erlebnissen in der Natur ist der Gegentrend zur fortschreitenden Digitalisierung und Beschleunigung unserer Gesellschaft. Viele suchen in ihrem Urlaub nach einem Ausgleich zu ihrem schnelllebigen 24/7 Alltag. Entschleunigung bietet die Natur. »Aus der Erholungsforschung weiß man schon lange, dass der Wald uns guttut«, sagt Lena Friedmann von der Technischen Universität München, die im Rahmen eines Projektes den therapeutischen Beitrag von Wäldern zur menschlichen Gesundheit erforscht. 

Einige Studien belegen, dass Spaziergänge und Aufenthalte im Grünen den Blutdruck senken, die Ausschüttung von Stresshormonen verringern und das Immunsystem aktivieren. Aufenthalte in der Natur – wenige Minuten können schon reichen – verbessern nachweislich unsere Konzentration und heben die Stimmung. Studien zufolge machen Naturerlebnisse uns sogar sozialer, toleranter und steigern die Frustrationstoleranz. 

Bereits seit Jahrhunderten ist der Wald ein Sehnsuchtsgebiet. Peter Wohllebens Buch »Das geheime Leben der Bäume« war einer der größten Überraschungsbestseller der vergangenen Jahre und auch sein Nachfolger »Das Seelenleben der Tiere« brach Verkaufsrekorde. Der Trend zur Natur, weg vom schnelllebigen Alltag und zurück zur entspannten Einfachheit, zeigt sich auch in der Ferienplanung. Campingplätze verzeichnen seit Jahren steigende Übernachtungszahlen. Der Verband der deutschen Caravan-Industrie schätzt die Zahl der neu angemeldeten Campinganhänger im Jahr 2018 auf 70.000. Nie zuvor waren in Deutschland so viele Urlauber »on the road« wie heute: 34,5 Millionen Übernachtungen zählten deutsche Campingplätze im Jahr 2018.

Das Image von mürrischen Dauercampern, langen Schlangen vor den Duschen und engen Wohnmobilreihen ist längst überholt. 

Während noch vor wenigen Jahren Zelten für die meisten eine günstige Alternative zu Hotelübernachtungen darstellte, sehnt man sich heute wieder nach unbeschwerten Abenteuerurlauben, jenseits der gängigen Campingplatzklischees. In den letzten Jahren entwickelten sich zahlreiche Formen des Übernachtens unter freiem Himmel, die Komfort mit Naturerfahrungen vereinen. 

»Glamping« verbindet den Komfort einer Hotelübernachtung mit der Nähe zur Natur, und zwar mit Stil und Annehmlichkeiten. Man nächtigt unter einem Zeltdach oder in einer komfortabel ausgebauten Hütte mit eigener Terrasse, genießt morgens den Luxus der eigenen Dusche, schläft auf guten Matratzen und lauscht abends auf stylischen Loungemöbeln oder im Spa den Geräuschen des Waldes. Auch super: Die Unterkünfte stehen weitläufig verteilt in der Natur – mit Gefühlen von tatsächlicher Wildnis inklusive.

89 Millionen Besucher machten Frankreich im Jahr 2018 zum beliebtesten Reiseziel weltweit.


Den vollständigen Beitrag lesen Sie in Heft 03/2019.
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